Pferdereich Mühlviertler Alm

Ein ganz besonderes Abenteuer plante und erlebte diesen Sommer Markus Danninger, Obmann des Pferdereichs Mühlviertler Alm und selbst leidenschaftlicher Wanderreiter mit seinem 7-jährigen Lipizzanerwallach Tokay.

EIN SOMMER IM PFERDEREICH MÜHLVIERTLER ALM
700km  | 32 Etappen | 25 000 Höhenmeter | 8 Wochen 

Lipizzanerwallach Tokay und im Hintergrund die schöne mühlviertler LandschaftDie Idee kam, wie würde man anders meinen, bei der Urlaubsplanung. Seit vielen Jahren ist die Mühlviertler Alm Urlaubsdomizil von Reitsportbegeisterten aus aller Welt. Ob mit oder ohne Pferd genießt man hier die Ruhe in der Natur und die hervorragende Infrastruktur für Zwei- und Vierbeiner.

Wie hat Ihre Familie auf diese Idee reagiert?
Meine Frau hat zurückhaltend reagiert. 😉 Sie hat gemeint, wenn ich das Abenteuer wagen will, dann wird sie mich unterstützen. Und die Unterstützung ist immer mehr geworden. Nicht nur von meiner Frau, sondern von allen Seiten. Der Rest der Familie war zu Beginn skeptisch. Im Verlauf des Ritts haben sich alle mit mir gefreut und waren auch stolz.

Weshalb also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, dachte sich Markus Danninger aus Mönchdorf und begann kurzerhand mit der Vorbereitung und Planung seines Abenteuers.

Haben Sie sich und Ihr Pferd darauf vorbereitet? Immerhin benötigt so ein Ritt ein gewisses Maß an Kondition.
Ja, wir haben uns ca. 6 Monate vorbereitet. Neben der körperlichen Verfassung war es am wichtigsten die richtige Kleidung und Ausstattung zu wählen. Da haben wir regelrecht getestet, bis wir die richtigen Socken, Unterhosen, Stiefel, Satteltaschen, Sattelpad, usw. ausgewählt hatten.

So ein Abenteuer muss ja auch geplant werden. Wie gestaltete sich die Planung?
Ich habe die Etappen im Vorhinein geplant. Die Quartiere und Verpflegung habe ich ca. 1 Woche vor Ankunft gebucht. Es gibt sehr viele Möglichkeiten zu rasten, zu essen und zu übernachten im Pferdereich Mühlviertler Alm. Da ich zum Übernachten meist alleine war, war das auch keine Schwierigkeit, was zu bekommen. Die Mitreiter haben sich meist spontan entschieden.

Am 18.7.2017 war es dann soweit. Gesattelt und bepackt starteten Markus und Tokay von der Moser Alm in Mönchdorf aus ihre erste Etappe. Doch aller Anfang ist schwer und so gab es direkt am 2. Tag kleine Unstimmigkeiten bei Markus und Tokay, der lieber nach Hause wollte als weiter zu reiten und sich in einem unachtsamen Moment ohne „Herrl“ auf den Heimweg machte. Schlussendlich konnte Markus seinen stolzen Lipizzaner überreden und weiter ging es.

Inwiefern hat dieser Sommer die Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Pferden verändert?
Wir kennen uns besser. Wir wissen, was wir vom Anderen erwarten und fordern können. Ich hab die Sicherheit gewonnen, dass es keine Hindernisse gibt, die wir nicht überwinden können. Die Pferde wollen, dass ich ihnen diese Sicherheit gebe, dann sind sie überall dabei.

Markus Danninger und sein Ersatzpferd, der 17-jährige Lipizzanerwallach SamKleine Hoppalas, Verletzungen und Wetterkapriolen wie extreme Hitze bis über die 30 Grad oder Regentage mit Nebel und schlechter Sicht konnten die Beiden nicht aufhalten.
Lediglich auf Etappe 12 bekam Tokay nach andauernder Hitze ein paar Tage frei um sich zu erholen und Markus sattelte auf seinen 17-jährigen Lipizzanerwallach Sam um.

Haben Sie zwischendrin auch mal ans Aufgeben gedacht?
Es gab keine Schwierigkeiten, die mich ans Aufgeben denken haben lassen. Es gab anstrengende Tage mit 8 Stunden im Sattel, ohne richtige Pause. Das war mir von Beginn an klar, deswegen war Aufgeben nie ein Thema.

Bereits nach wenigen Etappen wurden die Medien und andere Reiter auf Markus‘ Sommerabenteuer aufmerksam und begleiteten ihn. Wer gerade kein Pferd zur Hand hatte, folgt Markus und Tokay in den Sozialen Medien. Auf seiner Facebook-Seite „Ein Sommer im Pferdereich – Mühlviertler Alm“ erzählt Markus von seinen Erlebnissen, untermalt von zahlreichen Fotos und Videos.

Was hat Ihnen am besten gefallen? Der schönste Moment.
Die Stille und gleichzeitig das Naturschauspiel an der Aist.

Spätestens hier geht jedem Reiter das Herz auf. So hinterlässt das Pferdereich Mühlviertler Alm eine Unzahl an bleibenden Eindrücken. Fast unberührte Flecke Natur und eine außerordentliche Gastfreundlichkeit laden ein, sich auf die Spuren von Markus und Tokay zu begeben.

Was möchten Sie den künftigen Wanderreitern im Pferdereich mitgeben?
Sie sollen den angestammten Hof verlassen, um vieles, eventuell sogar alles zu erleben, was das Pferdereich bietet. Die Reitwege, die Natur, die Menschen, das Essen uvm. sind so vielfältig, dass man was versäumt, wenn man immer die selben Wege reitet.

8 Wochen nach Beginn endet das Abenteuer für Markus und Tokay am 9. September 2017 bei einem ebenso fulminanten wie emotionalen Abschiedsritt von der Schutzhütte Ruttenstein zur Moser Alm in Begleitung von über 35 Reitern.

Bleibt nur noch die Frage:

Würden Sie es nochmal machen? Oder planen Sie sogar schon den nächsten Sommer im Sattel?
Ich würde es wieder tun, auf jeden Fall. Konkrete Pläne gibt es noch keine.  Die Sehnsucht ist so groß, sodass ich wieder irgendwas unternehmen werde.
Es wird ab 2018 einen Pilgerritt im Pferdereich geben, den reite ich bestimmt.


Fotos: Facebook | Ein Sommer im Pferdereich – Mühlviertler Alm

Trickreiter | Viktor Kirka

Die Americana in Augsburg – Jahreshighlight für viele Westernreiter und Pferdefreunde. Einkaufen was man braucht und nicht braucht bei zahlreichen Ständen, Porked Beef und Bier zu Live-acts der Countrymusik, hochdotierte Turniere in verschiedenen Sparten des Westernreitens und aufwändige Abendshows.

Mittendrin Viktor Kirka – Trickreiter. Er verlässt die Komfortzone Sattel und wagt sich unter den Pferdebauch. Im gestreckten Galopp versteht sich. Angst, wie er beteuert, spielt dabei keine Rolle.

Ich treffe ihn Samstag Abend wenige Stunden vor seiner Show zum Interview.

Viktor kommt aus der Ukraine, lebt mit seiner Frau Lisa und der gemeinsamen Tochter in der Nähe von Berlin auf einem Pferdehof. Mit 13 Jahren saß er das erste Mal im Sattel. Ein kurzes Vergnügen, denn im Handumdrehen warf ihn das Pferd ab und Viktor wusste:

„Das will ich machen.“

Heute kann der 40 Jährige auf eine ereignisreiche Zeit in Sachen Trickreiten und Leben mit Pferden zurückblicken.

Doch was macht einen guten Trickreiter aus?

Vom Weiten sieht es einfach aus, dahinter aber stecken eine Menge Arbeit, 110% Körperkontrolle und eine gehörige Portion Mut. Seine Schüler sitzen zuerst einmal ein Jahr ohne Steigbügel im Sattel. Anschließend kommt die Probe aufs Exampel, Viktor versucht den Reiter vom Pferd zu ziehen, dieser muss die Balance halten und oben bleiben. Hält er diesem Test stand, folgt ein halbes Jahr intensives Training. Tricks werden einstudiert und das korrekte „vom Pferd fallen“ geübt.

Ebenso wichtig ist der Einklang zwischen Kopf und Herz beim Reiter sowohl als auch beim Pferd. Es heißt, einen kühlen Kopf zu bewahren, aber mit Herz und Leidenschaft bei der Sache zu sein.

Welche Eigenschaften muss ein Pferd zum Trickreiten mitbringen?

Viktor Kirka bei der Show Apassionata - Sprung über Feuer
Foto: unblind.de

Hübsch muss es sein, damit die Bilder gut werden. Und ruhig muss es sein. Die Größe spielt dabei nicht wirklich eine Rolle, es muss aber zum Reiter passen, vor allem wenn es gesattelt ist.

Viktor versteht die Pferde, soviel ist klar. Er erzählt mir von der genetisch bedingten Angst der Pferde, dem Fluchtinstinkt und was es bedeutet diese zu mindern und dem Pferd Schritt für Schritt zu lernen durch Feuer zu gehen und Fenster zu durchspringen.

Vertrauen ist das A und O. Mit Bodenarbeit, Freiheitsdressur und Longearbeit bereitet er seine Pferde auf das Trickreiten vor.

Eines davon ist der 9-jährige Rappwallach Apollo, Viktors Herzenspferd. Seit 5 Jahren gehen die Beiden gemeinsam ihren Weg und vertrauen einander blind.

Apollo und Viktor Kirka trainieren das Steigen
Foto: Viktor Kirka

So auch bei einem Unfall während dem Proben. Beim Steigen verlor Apollo das Gleichgewicht aufgrund einer Bodenunebenheit, fiel und Viktor wurde zwischen Pferd und Wand eingeklemmt. Apollo hat sich so lange nicht bewegt, bis Viktor sich befreien konnte. Mit gebrochenem Knie konnte Viktor keinen Schritt laufen, also bat er Apollo sich hinzulegen, kletterte auf seinen Rücken und lies sich zum Stall tragen.

Kommt bei solchen Unfällen auch der Gedanke ans Aufhören auf?

„Nein! Das ist eine kasachische Geschichte – wirst du im Sattel geboren, stirbst du auch im Sattel. Was würde ich machen ohne Pferde? Daran ist nicht zu denken. Trickreiter sind keine normalen Reiter. Egal welche Verletzung man hat, reiten geht immer. Das liegt im Blut der Trickreiter. Wenn man Pause macht, tut es mal hier mal da weh, sitzt man aber am Pferd ist alles gut.“

„Ich reite solange ich Kraft habe, vielleicht schaffe ich noch 10 Jahre.“

Zwischen den Shows trainieren Viktor und Lisa Kirka auf ihrem Hof sogenannte Problempferde (Pferde, die als unreitbar gelten). Bilden Jungpferde aus, im Sattel oder vor der Kutsche, sowie für Voltigieren und natürlich Trickreiten.

Im Moment trainiert er zusammen mit Apollo und Kaltblut Hermann fleißig für die Apassionata-Show, welche in verschiedenen Städten Deutschlands aufgeführt wird. Die Krönung für Pferdeartisten, Teil dieser fantastischen Show zu sein.

Auf die Frage nach seinem Wunschtraum, antwortet Viktor:

„Ich hätte gerne ein richtig tolles Team an Trickreitern in Deutschland. Normalerweise mache ich eine Show im Jahr, weil ich alleine bin. Mit einer Gruppe könnte man mehr machen, aber es ist schwer gute Leute zu finden.“

Mehr Informationen zu Viktor Kirka – Trickreiten und Beritt findet ihr auf seiner Homepage

Bei den Koglers stimmt die Chemie

Walchen, ein kleiner Ort im wunderschönen Attergau und das Domizil von Familie Kogler. Gerade angekommen, wird man freundlich auf tirolerisch begrüßt. Wir setzen uns in den Garten, mit Blick auf die Koppeln, wo die Pferde friedlich grasen und Michi erzählt ihre Geschichte.

Dabei spielen vor allem die Gene eine große Rolle, denn schon als kleines Mädchen hatte Michi nur Pferde im Kopf. Geboren und aufgewachsen in Tirol, lernte Sie in der hiesigen Reitschule das 1×1 des englisch Reitens. Papa Hansjörg, ganz der Cowboy, erfüllte sich schließlich auf Drängen seiner Tochter einen Lebenstraum und erstand über deutsche Freunde sein erstes Quarterhorse.

„Was will er jetzt mit dem Haflinger!“

Die Palomino-Stute wurde kurzerhand im Stall des Onkels mitsamt der Zwerghasenzucht von Michi einquartiert und gemeinsam mit Lechner Franz und anderen tiroler Cowboys wurden Kurse organisiert und Trainer aus Amerika und Kanada geholt. Dieses Wissen gab Papa Kogler an seine begeisterte Tochter weiter, sodass es nicht lange dauerte, bis die ersten Turniere anvisiert wurden und sich das Netzwerk der Familie Kogler um den deutschen Trainer Steffen Breug erweiterte.

Doch ein Pferd kommt selten allein und ein Pony für Michi musste her. Nur dass Michi dem Pony nicht Herr wurde, woraufhin das Pony gegen einen 3-jährigen Hengst getauscht wurde, der weder Halfter noch Hänger und schon gar keinen Sattel kannte. Aber er war brav und das genügte der 12-jährigen Michi.

„Ich mag alle Pferde, aber ich habe ein kleines Faible für Hengste.“

Später wurde der Hengst kastriert, die Palomino-Stute gedeckt und zwei weiter Wallache zum Turnierreiten gekauft. Den Sommer verbrachte Michi, damals 15 Jahre alt, zum Training bei Steffen Breug und in Tirol konnten auf diversen Turnieren erste Erfolge gefeiert werden.

Nach der Matura hieß es dann „auf in die große weite Welt“. Michi packte ihre Sachen und flog in die USA ,um auf der Ranch des deutschen Werner Hermus in Gainsville zu arbeiten. Trainer Tim Moss erkannte rasch ihr Talent und riet ihr zu einem eigenen Pferd. Stute „Rooster Hickory aka JLo“ wurde gekauft und von da an waren die beiden nicht mehr zu stoppen. Schlussendlich qualifizierten sie sich für die Youth World Show und belegten den fantastischen 16. Platz von ca. 150 Teilnehmern.

Michaela Kogler und Rooster Hickory bei der Youth World Show
Youth World Show: Michi & Rooster Hickory

Mit der Empfehlung von Tim Moss im Gepäck und „Colonel Cielo aka Rooney„, dem Halbbruder von JLo, ging es nach Overbrook in Oklahoma, auf die Ranch von Ginger und Craig Schmersal. Drei harte, aber vor allem lehrreiche Monate warteten auf Michi. Ihre Aufgabe bestand hauptsächlich aus Satteln und Warmreiten der Pferde für Craig Schmersal. Zwei, von denen Michi besonders viel lernen konnte, waren die herausragenden Hengste „Boom Shernic“ (LTE: $ 278,303) und „Mr. Dual Rey“ (LTE: $ 164,000)

Zurück in Österreich begann für Michi das Studium der Chemie in Innsbruck und ihre Eltern suchten nach einer Immobilie für die Koglers mit zwei und vier Beinen. Vor allem der Bestand der vierbeinigen Kogler wuchs stetig. Zwei weitere Amerikaner, eine Stute und ein Hengst, beide aus der „Nu Chex To Cash“-Linie, wurden nach Österreich importiert und durften im Frühjahr 2008 gemeinsam mit den anderen auf den Hof in Walchen übersiedeln.

Schnell fühlten sich alle Zuhause und die Koppel wurde kurzerhand zum Trainingsplatz umfunktioniert, um sich auf die bevorstehende Futurity bei H&D Schulz in Wr. Neustadt vorzubereiten. Viel Zeit blieb Michi und der damals 3-jährigen „Nu Sugar Pep aka Rosie“ nicht zum Trainieren, trotzdem schafften es die Beiden ins Finale. Ein Jahr später holten sie sich den Sieg in der Klasse „Snaffle Bit 5 & under“. Doch so gut es auch lief, die kleine Amerikanerin war sehr staubempfindlich und hustete viel. Tierärzte wurden aufgesucht und eine Gräserallergie diagnostiziert.

Nu Sugar Pep aka Rosie
Nu Sugar Pep aka Rosie

„Das ist ein bisschen mein Schicksal, wenn ich ein Pferd habe – vor allem meine Lieblingspferde – dann ist immer irgendwas.“

Ähnlich ging es mit „Colonel Cielo aka Rooney„. Viele Trainingsstunden flossen in die Vorbereitung auf namhafte Turniere und 2009 kamen dann auch die ersten Erfolge. Doch auch dieses Glück blieb nicht von langer Dauer, da bei dem Hengst eine chronische Hufgelenksentzündung festgestellt wurde. Nach langem Hin und Her und unzähligen Klinikbesuchen, half die Therapie von Dr. Tilen Klevisar, sodass „Rooney“ mittlerweile schmerzfrei ist. Er kann zwar nicht mehr geritten werden, vererbt aber sein Talent und seinen tollen Charakter als Deckhengst an seine Fohlen weiter. Seine älteren Nachkommen sind jetzt 3-5 Jahre alt und entwickeln sich prächtig.

Quarterhorse Hengst Colonel Cielo von Galo del Cielo
Colonel Cielo aka Rooney

MCHIS ZUCHTGEHEIMNISSE

Darauf angesprochen, worauf es ihr bei der Zucht ankommt, erfährt man so allerhand interessante Tipps und Tricks. Michis Augen beginnen zu leuchten und sie verrät mir, worauf sie genau schaut.

Da sind zum Einen die Äußerlichkeiten, die Pferde müssen korrekt gebaut sein und Ausstrahlung haben. Aber vor allem auch viel Herz, denn ein perfektes Pferd ohne Herz bringt einem nichts.

„Ich liebe Pferde die alles für einen geben, auf die man sich komplett verlassen kann. Die WILLINGNESS TO PLEASE, wie man so schön sagt, ist das Wichtigste.“

Bei den Zuchtstuten schaut sie darauf, dass sie etwas geleistet haben bevor sie in die Zucht gehen und die Abstammung muss ansprechend sein.

Anpaarungen verlangen Recherche und die holt sie sich zum Teil im Internet. Magic Cross von Equistat kommt für Recherchezwecke zum Thema „Welche Anpaarungen haben schon gut funktioniert?“immer wieder zum Einsatz, sowie die Beobachtung des Legacy Sales wenn es darum geht, Nachwuchstalente zu entdecken.

Welche Linien gut zusammen passen, entscheidet sie nach den Merkmalen der Pferde. Aus der Linie des „Gallo del Cielo“ beispielsweise kommen kalte, ruhige Pferde. Ideal ist hier ein spritziges Pferd, zum Beispiel aus der „Topsail Whiz„-Linie. Diese beiden Merkmale gleichen sich aus und ergeben die optimale Mischung.

Michi hat natürlich ihre Präferenzen, wie „Smart Chic Olena“ und „Colonels Smoking Gun„, wobei sie bei den „Gunnern“ ganz genau hinsieht, denn hier kommt es auf die Bewegung an.

„Wenn einer sich gut bewegt ist das toll, weil normalerweise bewegen sich die nicht so gut.“

Einen Glücksgriff machte sie vor 3 Jahren, als sie über ein paar Ecken den Samen von „Smart Chic Olena“ bekommen hat und ihre Stute „Rooster Hickory aka JLo“ damit besamte. Heraus kam der kleine Hengst „Thisrootstergotsmarts aka Georgy„, der sich prächtig entwickelt und bereits als 1-jähriger Halter-Erfolge feierte bei der Austrian QH Championship 2016:

• Austrian Reserve Champion Yearling Stallions Open
• Austrian Reserve Champion 2&under Stallions Amateur
• Austrian Futurity Reserve Champion Yearling Stallions
• AQHA Show: 2nd & 3rd Place Yearling Stallions Open
• AQHA Show: 2x2nd place Yearling Stallions Amateur

Wie könnte es anders sein, will Michi den mittlerweile 2-jährigen Hengst behalten.

„Leider kann man nicht alle Pferde behalten, und es sind gerade die, die man nicht hergeben will, die sich am besten verkaufen.“

Ansonsten findet der Verkauf der Pferde hauptsächlich über Mundpropaganda und Michi Koglers Facebookaccount statt. Aus Kunden werden Freunde und man bleibt im engen Kontakt, denn glückliche Käufer sind das A und O.

Zur Zeit besitzen die Koglers 9 eigene Pferde, davon 2 Zuchtstuten und 2 Zuchthengste. Auf einen davon ist Michi besonders stolz. „Heza Slidingunner aka Gunnerino“ hat sie vor 4 Jahren in Italien entdeckt. Wie nicht anders zu erwarten war er das schwierigste Pferd im Stall und eigentlich wollte man sie nicht einmal Probereiten lassen. Aber Michi konnte sich durchsetzen und es lief einigermaßen gut, sodass sie den Hengst um einen guten Preis erwerben konnte. Doch es wartete viel Arbeit auf die beiden, denn war er einmal in Fahrt konnte man ihn nicht mehr bremsen. Mit viel Geduld, Stangentraining und Longearbeit ist langsam Licht am Ende des Tunnels und Michi kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.

„Er ist mittlerweile so ein braves Pferd, wahnsinnig talentiert, bewegt sich gut und hat tolle Manöver. Gunnerino macht soviel Spaß zu reiten.“

Quarterhorse Hengst Heza Slidingunner von Colonels Smoking Gun
Heza Slidingunner aka Gunnerino

Versteht sich, dass beide Zuchtstuten von „Heza Slidingunner“ tragen und sein Talent in Zukunft nicht nur auf Turnieren vorgestellt, sondern auch in der Zucht eingesetzt wird.

Mit zweit jungen Stuten ist sie im Trainig bei Markus Gebert. „Saturdaynight Storm aka Angel“ trainiert sie seit 2017 mit ihm und „Lil Miss Rooshine aka Coco“ kam im Oktober 2016 ins Training zu ihm. Beide entwickeln sich hervorragend und mit Angel konnten auch schon internationale Erfolge in Cremona (Italien), Tschechien und Deutschland erzielt werden:

• IRHA IRHBA Futurity Non Pro 3 yo Level 1&3 – Finalist
• Ranch Happy Hour 4yo Futurity Level 1,2,3 – Co-Champion
• Ranch Happy Hour 4 yo Non Pro Level 4 – 3rd Place

• ARHA Futurity Non Pro 4 yo Level 1&3 – Finalist
• IRHA NRHA Derby Cremona Level 1-3 – Finalist
• NRHA GER Derby Level 1&2 – Finalist

Saturdaynight Storm und Michaela Kogler in Kreuth
Michi & Saturdaynight Storm in Kreuth

Bleibt mit Spannung zu erwarten wie es mit Michi und ihren Pferden auf den Shows und in der Zucht weiter geht. Wir bleiben dran!

Auf die Frage welche Wünsche da noch offen bleiben antwortet Michi keck:

„Mit „Wimpys Little Step“ würde ich gerne einmal decken, einen kleinen Wimpy hätte ich wahnsinnig gerne. Aber den würde ich nicht hergeben.“

Pale Face Dunnit

Blaue Augen, weißer Kopf, goldenes Fell – eine imposante Erscheinung. 2007 geboren, ist er heute einer der erfolgreichsten Gunner-Nachkommen und am besten Weg eine herausragende Pferdepersönlichkeit in Sport und Zucht zu werden.

Der Palomino mit dem besonderen Gesicht ist sowohl AQHA als auch APHA registriert und befindet sich im Besitz von Schmersal Reining Horses.

Sieht man sich seinen Stammbaum an, tauchen darin einige große Namen auf. Allen voran der berühmte Vater – Colonels Smoking Gun – sozusagen ein Erfolgsgarant. Mütterlicherseits lesen sich Größen wie Hollywood Dun It und Smart Little Lena.

Pale_Face_Dunnit_Portrait - Stammbaum.jpg

Die Reining-Eigenschaften wurden ihm quasi in die Wiege gelegt, sodass er bereits in seinen jungen Jahren große Erfolge feiern konnte:

2013 USEF National Open Reserve Champion
2013 NRBC Open Classic Finalist
2012 HRRC Open Derby Top Five
2012 NRHA Open Derby: Top Ten
2011 AQHA Performance Register of Merit
2011 AQHA JR Reining, 7th at the World Show
2011 HRRC Open Derby Res. Champion
2011 NRHA Open Derby: Top 20 Finalist
2010 NRHA Futurity – Open Futurity Finalist
2010 Scottsdale Open Classic Futurity
2010 RMRHA Summer Slide Open Futurity Champion

Erfolge, die ihm zu seinem Spitznamen „Gold Digger“ verholfen haben. Zum Einen, weil er bereits eine Summe von ca. $ 72,000 erlaufen hat, zum Anderen, weil seine Sliding Stopps legendär tief sind. Er gräbt sich regelrecht in den Sand.

Pale Face Dunnit
Quelle: Schmersal Reining Horses

Als Zuchthengst wurde er schon früh eingesetzt, denn auch seine Nachkommen können schon erste Erfolge nachweisen. Pale Face Dunnit vererbt also nicht nur sein besonderes Aussehen, sondern auch seine Qualitäten als Reiner.

Es sind aber nicht nur seine sportlichen Erfolge, die ihn als Vererber auszeichnen. Sein angenehmer Charakter macht ihn zu etwas Besonderem. Er ist sehr ausgeglichen, liebt Leckerlies, vor allem Pfefferminze.

„Er ist der netteste und ruhigste Hengst, den wir jemals im Zuchtstall hatten.“
Ginger Bishop Schmersal

Pale Face Dunnit in Europa und Österreich

Seit 2012 ist es auch in Europa möglich mit tiefgefrorenem Samen von Pale Face Dunnit zu züchten. Als Zuchtpartner stehen Torsten Tiemann Performancehorses & Equine Breeding Facility in Bergen (Deutschland) und Eifel Gold Breeding Station in Montenau/Amel (Belgien) mit Rat und Tat zur Seite. 

Es dauerte nicht lange, bis auch österreichische Quarterhorse-Züchter den Ausnahmehengst entdeckten und ihre Stuten besamen liesen.

„Ich habe Lil Cow Paddie mit Pale Face besamt, da ich überzeugt war, dass er ein guter Vererber ist, was er auch auf der NRHA Futurity in OHC bewiesen hat.“
Stefanie Zotti, SZ Reininghorses

Die Wahlsalzburgerin Stefanie Zotti – erfolgreiche Reiningreiterin, passionierte Züchterin und Inhaberin von SZ Reininghorses – erkannte die Besonderheit an Pale Face Dunnit und besamte ihre Stute Lil Cow Paddie (Lil Ruf Peppy/Peppy San Badger) 2016. Am 12.5.2017 war die Freude groß als das außergewöhnlich gefärbte Stütchen „Face“ die Welt erblickte.

Einen Monat zuvor, durfte sich Michaela Kogler über den kleinen Hengst „Ted“ von Pale Face Dunnit aus Nu Sugar Pep (Nu Peppy Chex/Nu Chex To Cash) freuen.

Es bleibt also spannend, was die Zukunft der beiden österreichischen Pale Face Dunnit Nachkommen bringen mag, ebenso der Weg von Gold Digger selbst.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Ginger Bishop Schmersal – Schmersal Reining Horses
Stefanie Zotti – SZ Reininghorses
Michaela Kogler